Für eine attraktive Fussball- und Sportinfrastruktur auf der Breite

Die Erhaltung und Sanierung der Fussball- und Sportanlagen auf der Breite ist für viele Menschen in der Stadt Schaffhausen ein wichtiges Anliegen, das der Quartierverein mit einer Volksmotion unterstützen will. Die über 800 Mitgliederhaushalte des Quartiervereins Breite erhalten eine Einladung zu einer ausserordentlichen Generalversammlung, die am 16. August 2013 um 19.30 Uhr im Restaurant Altes Schützenhaus stattfinden wird. An der GV wird die definitive Lancierung der Volksmotion entschieden.

Der Quartierverein Breite sieht es als unwahrscheinlich an, dass der FCS in Zukunft im Herblingertal seine Spiele austragen wird. Deshalb hat der Vorstand eine Volksmotion lanciert, die beabsichtigt, dem Stadtrat nahezulegen, als kostengünstige Alternative die Fussball- und Sportinfrastruktur auf der Breite zu erhalten, zu sanieren und eventuell auszubauen.


Mit grossem Mehr wurde am 22. März 2013 anlässlich der Generalversammlung des Quartiervereins Breite ein Eintreten auf die Volkmotion für eine Sanierung des Fussballstadions auf der Breite und die Erhaltung der daran angrenzenden Flächen für den Breiten- und Jugendsport beschlossen. Der Vorstand wurde beauftragt, an einer ausserordentlichen GV die Volksmotion zu präsentieren und deren definitive Lancierung zur Abstimmung vorzulegen. Mit einer kleinen Verzögerung, weil die Entwicklung des Stadionprojekts im Herblingertal abgewartet werden musste, werden die Mitglieder des Quartiervereins Breite am 16. August 2013 über die Lancierung der Volksmotion entscheiden.

Es war kaum voraussehbar, dass sich in den vergangenen Monaten sowohl im politischen Bereich als auch beim Stadtrat ein Meinungsumschwung einstellen würde und sich die Breite zum favorisierten Alternativstandort für den FCS-Park Herblingertal emporschwingen könnte. Das lange Warten auf einen Stadionbau im Herblingertal und das Nein der Stimmberechtigten zum Verkauf der Hohbergparzelle sowie das Nein zur Sport- und Veranstaltungshalle Stahlgiesserei gaben Anlass zu Neubeurteilungen. Die Volksmeinung in Entwicklungsfragen soll künftig vermehrt einbezogen werden. Unsere Volksmotion gibt ein ideales Stimmungsbarometer.

Das Stadtparlament will die Stadionplanung nicht endlos vor sich her schieben und drängt auf einen Entscheid. Bei einigen Politikern ist der Geduldsfaden bereits gerissen. Die drei Grossstadträte Urs Tanner (SP), Thomas Hauser (FDP) und Edgar Zehnder (SVP) fordern in einem Postulat den Stadtrat auf, eine Konsultativabstimmung darüber durchzuführen, wo die Stimmberechtigten das Fussballstadion hinhaben möchten. Realistischerweise kommt als Alternativstandort zum Herblingertal wohl nur die Breite in Frage, die mit der bestehenden Infrastruktur und dem Landbesitz komparative Kostenvorteile aufweist. Zum Beispiel entspricht die Beleuchtungsanlage noch den heutigen Anforderungen und müsste nicht erneuert werden.

Begründung der Volksmotion

  1. Das FCS-Stadion befindet sich in einem maroden Zustand und ist erneuerungsbedürftig. Die meisten Sanitäranlagen sind in miserablem Zustand. Nebenräume fehlen. Das Spielfeld ist rund 40 Jahre alt und muss neu aufgebaut werden. Ein Kunstrasen würde eine intensive Trainingsbelegung von verschiedenen Mannschaften zulassen. Die provisorische Spiellizenz läuft noch bis 2015.
  2. Gemäss Vorschriften der Swiss Football League benötigt ein Challenge-League- taugliches Stadion in der kleinsten Version mindestens 3000 Plätze. Aktuell bietet das FC-Stadion Platz für rund 7200 Besucher (massgebend ist die Durchlassgrösse der Zu- und Ausgänge).
  3. Die Stadt Schaffhausen muss gemäss Stadtverfassung eine Infrastruktur für ein breit gefächertes Sportangebot zur Verfügung stellen. Als kostengünstigste Lösung steht die Sanierung der Anlagen auf der Breite im Vordergrund, da das gesamte Areal im städtischen Eigentum steht. Ein Teilverkauf des Areals oder eine Abgabe im Baurecht könnte nur erwogen werden, wenn der FCS-Park im Herblingertal realisiert würde. Selbst wenn das Super-League-Stadion im Herblingertal doch noch gebaut werden könnte, würde es die angrenzenden Spielflächen für den Juniorenfussball und weitere Breitensportarten auf der Breite brauchen.
  4. Die angrenzenden Spiel- und Fussballplätze sind für den Junioren- und den Breitensport wichtig. Die Bevölkerung würde sich mehrheitlich wohl gegen diesen Landverkauf sträuben.
  5. Im Zeichen der prosperierenden Wohnpolitik, mit welcher der Stadtrat der Stagnation der letzten Jahre in Sachen Bevölkerungswachstum zu entrinnen versucht, wird die Stadt nicht darum herumkommen, neben Wohnraumverdichtungen Freiräume und Sportanlagen zur Verfügung zu stellen. Eine kostengünstige Sanierung der Fussballinfrastruktur mit allenfalls polysportiven Nutzungsmöglichkeiten ist einfacher und günstiger als ein Neubau an einem anderen Ort. In der letzten Zeit wurde sowohl auf der Breite als auch im Stadtgebiet viel Wohnraum erstellt. Die Stadt Schaffhausen will sich langfristig durch ein familienfreundliches Umfeld auszeichnen. Dazu gehören gut erreichbare und verkehrstechnisch erschlossene Sportanlagen.
  6. Die Finanzierung der Stadionsanierung für die Challenge-League-Mannschaft ist Sache der FC Schaffhausen AG, also eine rein privatwirtschaftliche Angelegenheit, wobei Investitionsbeiträge von Stadt und Kanton, ein zinsloses Darlehen oder eine Abgabe des Areals im Baurecht als massvolle Unterstützung verhandelbar sind.