Rückblick auf die GV 2016

Hauptsache, das Schulhaus wird erweitert
VON DANIEL LAY (SN vom 21.3.2016)

Sehr gut besetzt war der Saal des Restaurants Schützenhaus am Freitagabend an der Generalversammlung (GV) des Quartiervereins Breite. Der Grund für den grossen Mitgliederaufmarsch war wohl das Hauptthema der Versammlung: die Erweiterung der Schulanlage Breite, über die am 17. April abgestimmt wird.
Dass das Schulhaus, das aus zwei Trakten aus den Jahren 1953 und 1985 besteht, erweitert werden muss, ist eigentlich unbestritten, denn schon jetzt muss wegen Platzmangel auch noch in Containern unterrichtet werden. Weit umstrittener ist die Art und Weise, wie dieser Erweiterungsbau aussehen soll.

Das zeigt ein Blick in die Vorgeschichte des Unterfangens und die Tatsache, dass die Stimmbürger über zwei Varianten abstimmen können. Diese beiden Projekte und die Vorgeschichte wurden an der GV von Stadtrat Urs Hunziker und dem Präsidenten der städtischen Baufachkommission, Grossstadtrat Edgar Zehnder, vorgestellt.

Im Jahr 2013 scheiterte ein erster Anlauf für einen Erweiterungsbau: Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt Shed wurde vom Grossen Stadtrat verworfen. Es war zu teuer, es sei aber auch – das betonten sowohl Hunziker als auch Zehnder – politischen Grabenkämpfen um ausserschulische Betreuung und Tagesschule zum Opfer gefallen. Es war dann Aufgabe der Baufachkommission, eine billigere Variante auszuarbeiten.

Diese trägt den Namen SOL und weist folgende Merkmale auf: Die ­Erweiterung besteht aus drei zusätz­lichen Gebäuden, die in einer Modulbauweise aus vorfabrizierten Holzelementen gebaut werden. Die Kosten ­belaufen sich auf zehn Millionen Franken. Das ursprüngliche Siegerprojekt Shed, das als zweite Variante zur Abstimmung kommt, kostet dagegen 12,5 Millionen Franken und vereinigt alle benötigten Räume in einem einzigen Gebäude.

Quartierverein für doppeltes Ja

An der GV wurde zwar lebhaft über die Vor- und Nachteile der beiden ­Varianten diskutiert: Führen drei zusätzliche Gebäude nicht zu mehr Betriebskosten als eines? Ist die West-Ost-Ausrichtung von Shed der Nord-Süd-Ausrichtung des Projekts SOL ­vorzuziehen? Und es wurde auch gefordert, dass der Quartierverein sich für ein Projekt ausspricht.

Da aber keine Einigung gefunden werden konnte und beide Projekte ihre Vorteile haben, blieb der Quartierverein bei der vom Vorstand vorgeschlagenen Haltung, die Co-Präsident René Schmidt folgendermassen formulierte: «Der Quartierverein Breite sagt zweimal Ja zur Erweiterung der Schulanlage Breite, da beide Projekte überzeugen. Ein doppeltes Ja bringt uns das Schulhaus.»

Zwei neue Vorstandsmitglieder
Abgerundet wurde der erste Teil der GV durch ein Referat von Stadtrat Raphaël Rohner, der allgemein über die Bautätigkeit und die Stadtentwicklung in der Stadt Schaffhausen sprach, und durch Ausführungen von Tina Nodari. Sie zeigte auf, welche konkreten Massnahmen nach einem Quartierspaziergang ergriffen wurden.
Im zweiten Teil wurden dann die ordentlichen GV-Traktanden wie der Jahresbericht, die Jahresrechnung und die Wahl des Vorstands ohne grosse Überraschungen abgehandelt. Für die beiden scheidenden Vorstandsmitglieder Stefan Oetterli und David Flachsmann wurden Andrea Schurr und Andrea Külling Kendrick gewählt.